Testtinten sind ein bewährtes und einfach anzuwendendes Hilfsmittel zur schnellen Bestimmung der Oberflächenenergie von Materialien. Sie ermöglichen eine zuverlässige Bewertung der Benetzbarkeit und sind damit ein wichtiger Bestandteil der Qualitätssicherung vor dem Kleben, Beschichten oder Bedrucken.
Besonders nach Plasma- oder Coronavorbehandlungen liefern Testtinten eine schnelle Aussage über die Wirksamkeit des Prozesses.
Testtinten kommen in zahlreichen industriellen Bereichen zum Einstz und unterstützen eine gleichbleibend hohe Prozessqualität:
Testtinten basieren auf definierten Oberflächenspannungen und ermöglichen eine schnelle, visuelle Bewertung der Oberflächenenergie eines Materials. Zur Messung wird die Testtinte mit einem Applikator, Stift oder Pinsel gleichmäßig auf die zu prüfende Oberfläche aufgetragen.
Bleibt die Tinte für einen bestimmten Zeitraum (in der Regel ca. 2 Sekunden) gleichmäßig stehen und verläuft nicht, entspricht die Oberflächenenergie des Materials mindestens dem Wert der verwendeten Testtinte. Zieht sich die Tinte hingegen zusammen oder bildet Tropfen, ist die Oberflächenenergie geringer als der angegebene Wert.
Durch den Einsatz mehrerer Testtinten mit unterschiedlichen Oberflächenenergie-Werten lässt sich der Grenzwert der Oberfläche schrittweise bestimmen. Auf diese Weise kann überprüft werden, ob eine Oberfläche ausreichend aktiviert ist oder ob eine weitere Vorbehandlung – beispielsweise durch Plasma- oder Corona-Technologie – erforderlich ist.
Die Methode eignet sich besonders für schnelle Stichproben, Wareneingangsprüfungen sowie zur prozessbegleitenden Kontrolle in der laufenden Produktion.
Testtinten sind die ideale Ergänzung zu Plasma- und Coronasystemen von TIGRES. Sie ermöglichen eine direkte Kontrolle der Oberflächenaktivierung und helfen dabei, Prozessparameter zu überprüfen und zu optimieren. So stellen Sie sicher, dass Ihre Vorbehandlung reproduzierbar und prozesssicher erfolgt.
Tinten der Serie A gemäß DIN ISO 8296 und ASTM D 2578-99a. Diese blauen Tinten sind ein Gemisch aus Formamid und Ethylglykol (giftig) in variierenden Anteilen. Sie decken den Bereich der Oberflächenenergie von 30 – 58 mN/m ab. Dieser Tintentyp ist der Standardtyp und am Markt am weitesten im Einsatz. Sie sind geeignet für PE, PP und ähnliche Substrate. Für PU und Weich-PVC können diese Tinten nicht verwendet werden.
Tinten der Serie B sind ein Methanol-Wasser-Gemisch nach DIN 53364, Serie B und DIN ISO 8296, rot. Abhängig vom Methanolgehalt sind die Flüssigkeiten mehr oder weniger giftig. Mit ihnen wird der Bereich von 23 – 72 mN/m erfasst. Sie können auch für Weich- PVC eingesetzt werden.
Tinten der Serie C haben ebenfalls die Farbe Rot und sind ein Gemisch aus Ethanol und Wasser. Diese Tintenreihe ist gesundheitlich unbedenklich und wurde in Anlehnung an die DIN ISO 8296 entwickelt. Sie ist mit Oberflächenspannungswerten von 30 – 72 mN/m verfügbar. Dieser Tintentyp setzt sich aufgrund ihrer physiologischen Unbedenklichkeit am Markt mehr und mehr durch und ist für alle Substrate anwendbar.
Die Serie E entspricht der Alkan-Reihe mit folgenden Oberflächenspannungen: 16, 18, 20 und 25 mN/m. Die Polarität dieser klaren Flüssigkeiten ist Null.
Bei der Serie F handelt es sich um ein Wasser-Kochsalz-Gemisch, das mit 77 und 82 mN/m Werte über der Wasserbenetzbarkeit von 72 mN/m abdeckt.
